Im Alltag der Dogmen: Vom fremdbestimmten Leben
- Milur
- 15. Aug. 2024
- 4 Min. Lesezeit

Nach unserer Geburt beginnen wir unser Leben mit reinem Bewusstsein und einem unendlichen Entwicklungspotential.
Wir starten frei von Vorurteilen und jeglicher Art der Erziehung. Von hier an werden uns Regeln aufgedrängt. Als Kleinkind sind wir ein blankes Papier, welches von unserem Umfeld, bemalt und bekritzelt wird.
Unsere Eindrücke und Sinneswahrnehmungen sind noch so zart, dass die Prägungen aus dem nahen Umfeld eine extreme Wirkung auf uns haben. Da die anderen größer sind nehmen wir die Regeln erstmal als gegeben hin, ohne sie in Frage zu stellen.
Die Regeln sind da. „Die Älteren haben sich bestimmt etwas dabei gedacht.“
Umso mehr Menschen sich auf die Regeln geeinigt haben, desto stärker ist ihre Wirkung auf uns, und sie werden daher nicht in Frage gestellt. Ist doch der Mut da etwas zu hinterfragen, wird man schnell belächelt, komplett Ignoriert oder durch negative Konditionierung wieder in Form gebracht.
Im Prozess des Erwachsenwerdens werden somit die Verhaltensmuster aus unserem Umfeld Stück für Stück unser Eigen.
Normale Dinge im Alltag werden übernommen: Wie sieht ein geregelter Tagesablauf aus, was essen wir, der Drang zu Konsum, welche Nachrichten wir uns anschauen, ob wir an eine bestimmte Religionen glauben, etc.
Wir sind an die Dogmen der Gesellschaft ausgerichtet. Das heißt wir passen uns den Ansichten der anderen an. Dies hält uns geistig klein. Es gibt Begrenzungen, Zäune. Wir sind gefangen in den Regeln der anderen.
Wir sprechen dann von Paradigmen, selbstverständlich gewordene Weltanschauungen wie unser Gesundheitssystem oder die Schulpflicht. Aber auch, welche Hobbys wir bereits in der Kindheit ausgeführt haben, hat sehr viel damit zu tun, ob unsere Eltern dies befürworteten oder auch was gerade im Freundeskreis präsent war. Wir wollen gefallen. Wahrhaftige Freude kommt dann oftmals zu kurz.
Spüre in Dich hinein.
Erkenne, was habe Ich von anderen übernommen? Entspringen meine Verhaltensweisen heute wirklich aus mir heraus? Entspricht es meiner wahren Natur? Habe ich Spaß? Überprüfe in Deinem alltäglichen Verhalten woher deine Muster, Abläufe, Abneigungen oder Vorlieben kommen. Was ist der Grund für mein Handeln oder eine bestimmte Entscheidung? Was sind meine Motive dahinter.
Wurde Mir etwas von Arbeits- oder Schulkollegen anerzogen, kopiere Ich möglicherweise seit meiner Kindheit, Verhaltensweisen meiner Eltern. Was konsumiere Ich täglich? Gibt es Suchtverhalten oder unnütze, energieraubende Zeitfresser wie toxische Freundschaften oder sich ständig wiederholende, unproduktive Tätigkeiten.
Es geht um Grundeinstellungen und Erwartungen. Jeder Lehrer bringt dir etwas bei. Der Arzt macht dich gesund. Der Wahrheitsgehalt von Nachrichten liegt bei 100%...
Es geht aber auch um Grundlegendes, Fundamentales: Passt mein soziales Umfeld zu mir?
Wo lebe Ich? Habe Ich mir diesen Ort bewusst ausgesucht? Oder ist mein Wohnort eher dem Zufall geschuldet?
Wie sieht es mit der Arbeit aus? Entspricht es meiner wahren Berufung? War es wirklich mein Wunsch dieser Tätigkeit nachzugehen? Oder war es teils von Außen (wie unsere Eltern, Lehrer etc.) gesteuert, gepaart mit einigen Zufällen oder gar Bequemlichkeit?
Ein Paradigma welches uns suggeriert wurde, könnte sein: „Du musst froh und dankbar sein wenn du Arbeit findest“.
Aber entspricht diese Sichtweise noch dem Stand der Dinge? Man soll also froh sein, dass man überhaupt Arbeit hat. Ob es Dir am Ende Spaß macht, ist erstmal nebensächlich. Ein Zufall kommt zum Anderen und man steckt teilweise Jahrelang in irgendeiner Festanstellung fest, die Deine Seele verfaulen lässt.
Du arbeitest gegen Deine Natur, dein inneres Bestrebens, den Kern Deiner selbst. Das schafft Unruhe und innere Unausgeglichenheit. Du bist negativ gestresst. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, wirst Du Antriebs- und Energielos. Der Zustand mündet in Leid, Krankheit und einer verbrannten Seele.
Die frühere Krankenschwester und spätere Bestsellerautorin Bronnie Ware, arbeitete auf einer Palliativstation. Hier begleitete Sie Menschen, bei denen der baldige Tod feststand. Bei den hier erlebten Gesprächen erfährt Sie über die Versäumnisse im Leben von ganz unterschiedlichen Menschen und das Bedauern, keine Zeit mehr zu haben, diese nachzuholen. Sie zählt, wie oft gewisse Versäumnisse, von all den Sterbenden geäußert werden und schreibt das Buch: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen. Auf Platz 1 steht: „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben, statt so zu leben, wie andere es von mir erwarteten“.
Unsere Zeit ist begrenzt und wir sollten Sie nicht damit vergeuden ein fremdbestimmtes Leben zu führen. Achte auf Deine Zeit wie eine Löwenmama auf ihr Junges.

Überlege Dir genau was Du mit Deiner Zeit anfängst und mit wem Du Sie teilst. Entwickle eine Radikalität zu dem was Du tun und was du nicht mehr tun willst.
Hör auf, Dein Gestern, bzw. das Gestern der Anderen, zu leben. Versuche jeden Tag, dass was Dir Spaß macht ein bisschen mehr in deinen Alltag zu integrieren, und alles andere, Stück für Stück loszulassen.
Hinterfrage dabei den Sinn deiner Tätigkeiten. Nur wer den wahren Sinn kennt, kann sein Handeln lieben. Wer sein Handeln liebt, befindet sich automatisch im Fluss.
Du fängst an während der Arbeit Energie aufzutanken. Du wirst zu dem, der Du wirklich bist. Wenn Du loslässt, womit Du Dich nicht identifizieren kannst, beginnt sich Dein Leben zu verändern.
Die Fehler und Irrtümer fangen an zu verschwinden. Achte auf Deine Intuition. Alles, was in Resonanz mit Deinem Herzen geht, sind Signale Deiner Seele, dass dies Deinem Weg entspricht.
Folge Deinem Herzen und Authentizität, Selbstachtung, Freiheit und innerer Frieden kehren zu Dir zurück.
Im Alltag der Dogmen: Vom fremdbestimmten Leben
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